Unsere Schulfahrt der Klassen fünf bis acht ins Youtel
24.05.2019

Aktive Vielfalt in Bitburg - Unsere Schulfahrt der Klassen fünf bis acht ins Youtel

Wir sind eine besondere Schule!

Das wurde uns am letzten Tag unserer Klassenfahrt nach Bitburg vom „Herbergsvater“ respektvoll attestiert. Was macht uns in seinen Augen „besonders“? Es ist wohl die Vielfalt unserer Schülerinnen und Schüler, denen wir  in diesen Tagen Raum  gegeben haben, sich zu entfalten und fern vom Schulalltag  ganz neue Facetten zu entwickeln:

 

Ein vielseitiges  Sportangebot hat von morgens vor dem Frühstück bis abends in der Dämmerung Menschen zusammen auf den Fußball- oder Volleyballplatz gebracht, die sonst teils wenig Gemeinschaft suchen. Der Angebotscharakter und die räumlichen Gegebenheiten auf dem Gelände haben daraus ein gleichfalls spannendes wie entspannendes Erleben werden lassen. Kein Mensch hätte wohl vorher geahnt, wie schön es sein kann, sich immer und immer wieder einen Hang herunterrollen zu lassen, Parcour über die Tischtennisplatte zu üben und sich im Wettlauf bergrunter in den Sand des Volleyballfeldes zu werfen, wenn es sich nicht spontan ergeben hätte.

Schön zu beobachten, wenn eine Gruppe spontan ein umgekipptes Fußballtor zum Käfig werden lässt, aus dem es nur dann ein Entkommen gibt, wenn alle Beteiligten bereit zur Kooperation sind. Auch hier blieb dem Lehrer die Rolle des entspannten Beobachters.

Und wann hat man schon mal Gelegenheit, das alles auch noch im Licht der untergehenden Sonne zu genießen? Wie oft Kinder um den Fotoapparat gebeten haben, weil ihnen aufgefallen ist, wie das Licht im Tagesverlauf wechselt und  welche Kompositionen sich daraus zum Beispiel durch die Formation der Wolken, durch den Blick über die Pusteblumewiese, durch eine Glaskugel oder gegen das Lagerfeuer ergeben!

 

Die Zimmergemeinschaften haben einige Schülerinnen und Schüler dazu genutzt, die Jugendherberge durch liebevolle Dekoration  um ihre Betten zu einem gemütlichen Zuhause auf Zeit werden zu lassen. Gut gegen Heimweh, gut für das Wir-Gefühl und nicht zuletzt gut für die täglich ausgelobte Zimmerolympiade.

 

Ein Billard-Turnier eigenverantwortlich zu organisieren und durchzuführen und gleichzeitig zu ertragen, dass daraus auch erwachsen kann, dass sich nicht alle an die Regeln halten und Konfliktlösungen entwickelt werden müssen. Wo könnte Eigenverantwortlichkeit beglückender geübt werden?!

 

Wollschlangen zu basteln und zu bändigen, Tonmasken im Wald in einen ganz neuen Kontext setzen zu können, Zaubertricks kennen zu lernen, Stöcker zu schnitzen oder im Lagerfeuer zu verbrennen, begleitet von Ukuleleklängen. Die Kinder haben uns gelehrt, dass auch diese Facetten in ihrem täglichen Leben einen Platz brauchen.

 

„Man kann im Wald gut überleben, wenn man zusammenhält – und wenn das Wetter mitspielt“. Dieses Fazit zogen die Schülerinnen und Schüler aus dem Survivaltraining im Wald, bei dem sie die Aufgabe hatten in kleinen Gruppen eine Trage zu konstruieren, einen Notunterschlupf zu bauen und mit Urzeitmethoden ein Feuer zu entfachen.  Letzteres blieb nach den Regenschauern vom Vormittag trotz vielfältiger Ideen ein ungelöstes Problem, und somit wurde den Kindern klar, wie schnell Überleben auch wetterabhängig sein kann.

 

Auch die Ruheinseln der Gesellschaftsspiele, des Bastelns und Malens waren gut besucht, ebenso wie die Strategiespiele „Die Werwölfe“ und „Stratego“. Und wer sich abends sportlich messen wollte, konnte bei einem Tischtennisturnier oder beim Bowling sein Talent entfalten.

 

Der Lust auf Tanzen und gute Musik wurde an einem Abend in der Disco mit hauseigenem DJ Rechnung getragen. Durch die offenen Räumlichkeiten, die Anbindung an die Terrasse, das Außengelände und den Billardtisch kamen auch die Tanz- und Partymuffel in den Genuss, den Abend entspannt mit ihren Mitschülern zu genießen.

 

Die Stadtrallye in Bitburg hat den Schülern einen weiten Bogen an Möglichkeiten  eröffnet: Ihr Interesse an örtlichen und geschichtlichen Besonderheiten Bitburgs  konnten sie durch das gemeinsame Ausfüllen eines Fragebogens demonstrieren. Es war schön zu erleben, wie vielfältig und kommunikativ die Wege der Informationsbeschaffung sich gestalteten: Von der Befragung fremder Menschen in der Fußgängerzone oder im Rathaus über persönliche Recherche vor Ort bis zu hilfreichen Handybesitzern im Eiscafe, die ihnen die Informationen „schnell mal gegoogelt“ haben, wurde alles genutzt, was von Erfolg gekrönt war.

Wie schön war es doch, am Ende dieser Rallye mit einem Eis in der Sonne zu sitzen und seinen Mitschülern dabei zuzusehen, wie sie die Wasserfontänen des Marktbrunnens auszutricksen versuchen und mehr oder weniger nass aber auf jeden Fall glücklich dabei scheitern!

Den langen Fußmarsch zurück zum Youtel hat vielen die Tatsache versüßt, dass sie ihr Taschengeld in kleine Erinnerungsstücke und in den Nachschub für die gemeinsamen Süßigkeitenbestände für den Abend investieren konnten.

 

Nicht nur der Nachmittag im Spaßbad hat bewiesen, dass Inklusion einen hohen Stellenwert in unserer Schulgemeinschaft hat. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass Menschen mit und ohne körperliches Handicap gemeinsam Spaß im warmen Wasser hatten. Viel zu schnell war der Nachmittag vorbei, ganz gleich, ob man sich dabei  im Strudel gemeinsam hat treiben lassen, mit einem übergroßen Gummi-Einhorn den Wasserfall hinuntergestürzt, oder immer und immer wieder an der langen Rutsche angestellt hat.

 

Fünf Tage ohne Handy, Playstation, Whatsapp und Instagram – und in all diesen Tagen keine einzige Frage danach. Wie wohltuend!

Fünf Tage gelebte Gemeinschaft, durchlittenes Heimweh, gelöste Konflikte, stolze Erfolge, Loyalität und Empathie.

 

Fünf wertvolle Tage in unserem schulischen Miteinander!

 

 

Von Ulla Gebauer

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