Support

Lorem ipsum dolor sit amet:

24h / 365days

We offer support for our customers

Mon - Fri 8:00am - 5:00pm (GMT +1)

Get in touch

Cybersteel Inc.
376-293 City Road, Suite 600
San Francisco, CA 94102

Have any questions?
+44 1234 567 890

Drop us a line
info@yourdomain.com

About us

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit.

Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec.

„Mobbing - wenn Ausgrenzung einsam macht“ von Katrin Heinke
05.04.2019

Mobbing - Wenn Ausgrenzung einsam macht

Weimarer Kultur-Express mit dem Theaterstück „Mobbing - wenn Ausgrenzung einsam macht“ von Katrin Heinke an der Montessori Gesamtschule

 

Sendenhorst. Am Dienstag, den 02.04.2019, wurde das Theaterstück „Mobbing - wenn Ausgrenzung einsam macht“ in der Turnhalle der Montessori Gesamtschule vor allen Schülerinnen und Schülern und dem gesamten Lehrerteam aufgeführt. Der Weimarer Kultur-Express reist mit diesem Stück durch ganz Deutschland. Es wurde bereits an 570 Schulen gespielt. Auf der Homepage des Weimarer Kultur-Expresses wird das Stück so beschrieben: „Ein neues Schuljahr beginnt. Zwei Klassen werden zusammengelegt. Laura, die Jahrgangsbeste und Franzi, beliebte Klassensprecherin und Jahrgangszweite sitzen nebeneinander. Was als gute Sitznachbarschaft beginnt, entpuppt sich als Albtraum.“ Laura und Franzi sind Mädchen, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Während Lauras Eltern Physiker sind und sich viel Zeit für ihre Tochter  nehmen, den Schulerfolg genau verfolgen und auch sonst feste Regeln für die Freizeit ihrer Tochter aufstellen, interessieren sich die Eltern von Franzi überhaupt nicht für sie. Sie kann z.B. nachts wegbleiben und die Eltern bemerken es nicht einmal. Das Schauspiel macht deutlich, dass so  Neid bei Franzi aufkommt. Sie beginnt, Laura das Leben schwer zu machen. Während es anfangs noch „kleine Fiesheiten“ sind, steigern sich die gemeinen Aktivitäten von Franzi während des Stücks: Von kleinen Befehlen („Lass uns mal die Plätze tauschen, ich will jetzt dort sitzen“) und blöden Bemerkungen („Ach, hat Mami mal wieder die Hausaufgaben kontrolliert?“ „Gibt es heute Babybrei zum Mittagessen?“) geht es über zur Wegnahme von Sachen (bspw. Jacke) und zu Hänseleien in einer WhatsApp-Gruppe, Einstellen von Fotos in Facebook und endet schließlich mit dem Bloßstellen von Laura vor der ganzen Klasse, indem Franzi ihr fehlerhafte Termine für eine Projektarbeit unterschiebt und Arbeitsergebnisse von Laura unterschlägt. Den Höhepunkt erreicht das Stück, als über Facebook ein Foto aus der Umkleidekabine von Laura veröffentlicht wird mit dem Aufruf „Ruf mich an“.

Lauras steigende Verzweiflung wird deutlich. Ein Gespräch zwischen den Eltern der beiden Kinder führt zu keinem Ergebnis, weil Franzis Eltern nicht glauben, dass ihre Tochter Mobbing betreibt. Es verschärft die Probleme, weil Franzi erfährt, dass Laura schon einmal in psychologischer Behandlung war und diese Informationen nun über WhatsApp verbreitet. Laura versteht das alles nicht. Was hat sie Franzi getan? Was macht sie falsch? Sie weint, hat Kopfschmerzen, kann nicht mehr schlafen, möchte nicht mehr in die Schule gehen und bleibt der Schule letztlich eine ganze Weile aus Krankheitsgründen fern. Als sie wieder zurückkehrt, macht Franzi keinen Halt und lästert unerbittlich über die Schwäche von Laura. Diese stiehlt daraufhin das Handy von Franzi und erfährt auf diese Weise, wer Anstifter der ganzen Aktionen ist. Sie droht mit der Polizei und es kommt zum Eklat. Beide sind am Ende ihrer Kräfte. Sie hassen die andere und sie hassen sich selbst. Sie schreien und toben und das Stück endet mit der Aussage: „Einer von uns muss gehen.“

 

180 Schülerinnen und Schüler waren während der einstündigen Aufführung mucksmäuschenstill und konzentriert. Die Schauspielerinnen nahmen sich im Anschluss gut 30 Minuten Zeit, um über das Stück zu sprechen. Sie fragten die Schülerinnen und Schüler zunächst, wo der „Moment der Wende“ gewesen und die Beziehung der beiden Mädchen gekippt sei. Nach einigen guten Meldungen erläuterten sie, dass Laura als das Mobbingopfer in einer Situation der Klasse ein Experiment in ausführlicher und vorbildlicher Weise vorgestellt und Franzi dann gefragt hatte, ob sie „auch mal möchte“. Franzi fühlte sich vorgeführt, weil sie die Erläuterungen nie so gut hätte geben können. Ab diesem Punkt habe sich die Beziehung verändert.

Als Gründe für das Mobbing wurde von den Zuschauern Neid auf die Leistungen und Neid auf das Elternhaus genannt. Den Schülerinnen und Schülern wurde erklärt, dass die Täter häufig nachvollziehbare Erklärungen für ihr Verhalten hätten, aber diese seien auf keinen Fall Gründe für Mobbing. Die Mobber würden versuchen, sich durch die Tat besser zu fühlen, was aber nicht gelingen würde. Wichtig sei zu verstehen, dass Täter und Opfer beide leiden würden, was das Ende des Theaterstückes auch verdeutlichte. Täter müssten sich darüber klar werden, dass sie sich nicht auf Kosten anderer besser fühlen werden.

 

Die Schauspielerinnen erklärten den Zuschauern darüber hinaus, dass Mobbing i.d.R. nicht alleine möglich sei. Es gäbe meistens einen Anführer, dem sich häufig viele anschließen würden. Auch einfaches Schweigen könne schon eine Tat darstellen. Im Theaterstück habe die gesamte Klasse mitgemacht. Laura war völlig isoliert und ausgegrenzt. Die Zuschauer wurden daher dazu aufgerufen, nicht wegzuschauen, wenn sie Mobbing mitkriegen würden, sondern sich aktiv dagegen einzusetzen und sich vor allem an Nachrichten über die Medien nicht zu beteiligen. Es wurde von den Schülerinnen und Schüler aber auch angemerkt, dass die „Mitmacher“ häufig Angst hätten, selbst das Opfer zu werden und es daher schwierig sei, sich gegen einen Täter zu stellen.

Die Schauspielerinnen fragten auch nach möglichen Lösungen für den offen gebliebenen Konflikt von Laura und Franzi. Ein Vertragen sei unwahrscheinlich. Aber das Einstellen von Bildern im Netz und auch beleidigende Nachrichten über WhatsApp seien zu stoppen. Es könnte einen Klassen- oder Schulwechsel geben. Als Selbstmord als Möglichkeit von den Zuschauern genannt wurde, berichteten die Schauspielerinnen von dem aktuellen Fall in Berlin, in dem ein Mädchen aus der 5. Klasse keinen anderen Ausweg mehr gesehen hatte, als Selbstmord zu begehen. In dem Fall habe der Schulleiter aber ignoriert, dass es Mobbingattacken an seiner Schule gab. Daher sei mit dem Theaterstück auch der Appell an alle Schulleiter verbunden, nicht wegzuschauen, sondern sich den Problemen zu stellen.

 

Als weitere mögliche Lösung wurde den Zuschauern die Telefon-Hotline „Nummergegenkummer“ (116111 oder 0800 1110333) vorgestellt, über die anonyme Hilfe erfolge. Besonders hervorgehoben wurde das offene Gespräch mit Freunden, Eltern, Lehrern, Vertrauten, Gleichgesinnten oder sonstigen Dritten. Durch das Reden entfalle schon einmal eine große Last und man könne nach Lösungen suchen. Auch wenn der Schritt zur Offenbarung schwer falle, sei er ganz wichtig. Durch Schweigen bleibe man häufig im Problem gefangen.

Die Schauspielerinnen forderten die Schülerinnen und Schüler auch auf, Beweismaterial zu sammeln und für den schlimmsten Fall - falls es keine andere Lösung geben würde - die Polizei einzuschalten. Mobbing an sich sei kein Straftatbestand, aber die einzelnen Handlungen von Mobbing seien strafbar, so bspw. Beleidigungen oder das unerlaubte Einstellen von Fotos im Netz. Man solle Screenshots von Nachrichten und Fotos machen und sammeln.

Eine Fortsetzung des Stückes werde es nicht geben, antworteten die Schauspielerinnen auf die Frage eines Schülers, aber es sei eine gute Idee, die Fortsetzung in der eigenen Schule selbst zu erfinden und sich insoweit mit der Thematik zu befassen.

Zum Schluss berichteten die Schauspielerinnen auf Nachfrage von ihrer Tätigkeit. Sie hätten eine dreijährige Ausbildung genossen und würden von montags bis freitags durch Deutschland reisen, um dieses und ein weiteres Theaterstück aufzuführen. Das zweite Stück heiße „Online“ und es gehe inhaltlich um die Handysucht.

Finanziert wurde das Projekt durch eine Beteiligung der Schüler/innen von je 1,00 EUR. Den Großteil der Kosten trug aber der Förderverein der Schule. Der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins, Frank Eilers, war vor Ort und verschaffte sich selbst einen Eindruck von der gesponserten Aktion gegen Ausgrenzung.

Schulleiter Ralf Friedrich zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Veranstaltungen. Die Schülerinnen und Schüler hätten sich gut beteiligt und das Stück und die beiden Schauspieler seien direkt und in einer sehr attraktiven Weise auf den Kern der Problematik gestoßen. So werde das Thema bei den Schülerinnen und Schülern präsent gehalten und eigene Verhaltensweisen könnten reflektiert werden. Zwar gebe es keine akute Mobbingproblematik an der Schule, aber natürlich gebe es – wie überall – einzelne Vorfälle, die es im Auge zu behalten gelte. Daher wurde im Anschluss an das Stück auch in den einzelnen Klassen zur Thematik weitergearbeitet.

Ohnehin stellt sich die Montessori Gesamtschule zurzeit im Bereich der gesamten Prävention breiter auf. Unter Unterstützung der Sozialpädagoginnen Frau Finke und Frau Westhoff und eines großen Arbeitskreises wurde zuletzt ein Sozialtrainingskonzept für alle Jahrgangsstufen erarbeitet, das nun jährlich durchgeführt werde, und auch existiere ein überarbeitetes und weit reichendes Schutz- und Vorbeugungskonzept. Auch habe sich der No-Blame-Approach an der Schule etabliert. 

Zurück

Copyright 2019 Montessori GesamtSchule Sendenhorst
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Website. Durch die Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr Infos
OK!