Besuch im Landtag in Düsseldorf
20.06.2019

Schüler/-innen der Montessori-Gesamtschule besuchen den Landtag in Düsseldorf im Rahmen des Projekts „Jugend und Politik“

Sendenhorst. Am Montag, den 17.06.2019, besuchten 17 Schülerinnen und Schüler der Montessori Gesamtschule den Landtag in Düsseldorf. Anlass war das Projekt „Jugend und Politik“ der Stadt Sendenhorst, das Anfang Mai gestartet war. Hier sollten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, zu gucken, wie Kommunalpolitik funktioniert, und zwar direkt in den Fraktionen und den (Fach-)Ausschüssen. So konnten die Schülerinnen und Schüler an mehreren Terminen im Mai zunächst Fraktions- und anschließend auch Ausschusssitzungen der Stadt Sendenhorst besuchen und mit Abgeordneten sprechen. Für alle Teilnehmer bestand darüber hinaus die Möglichkeit, mit zum Landtag zu fahren.

Schulleiter Ralf Friedrich berichtete, dass sich die Schülerinnen und Schüler in den Ausschusssitzungen im Mai aktiv an Diskussionen beteiligt hatten und so ein großes Interesse daran zeigten, Politik einmal live zu erleben. Die Fahrt zum Landtag, die von Frau Nienkemper von der Stadtverwaltung Sendenhorst geplant und durchgeführt wurde,  wurde dann von Herrn Bürgermeister Streffing, Herrn Schulleiter Friedrich und Herrn Lassotta von der Montessori Gesamtschule begleitet. Morgens um 10.00 Uhr startete die Gruppe nach Düsseldorf. Obwohl montags keine Sitzungen im großen Plenum des Landtages stattfinden, haben die Schülerinnen und Schüler viele Erkenntnisse gewonnen. So gab es u.a. eine Führung durch das Parlamentsgebäude und einen interessanten Vortrag zur Geschichte des Landtags NRW. Allein die Anordnung der einzelnen Gebäudeteile würde den Charakter der Demokratie verdeutlichen, denn die Gebäude zeigen eine kreisrunde Architektur. In der Mitte stehe der kreisrunde Plenarsaal. Die Fraktionszentralen und die Räume der Abgeordneten umranden diesen Kern und umfassen das Haus von außen schalenförmig. Das Gebäude soll zu den beeindruckendsten Parlamentsneubauten der deutschen Nachkriegsgeschichte gehören. Den Plenarsaal durften die Schülerinnen und Schüler auch besichtigen, obwohl gerade keine Debatten stattfanden. Es wurde ihnen die Sitzverteilung im Landtag erläutert, aber auch, dass die Besuchertribüne bewusst über den Sitzen der Abgeordneten angeordnet sei, um zu demonstrieren, dass die Besucher als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger über den Abgeordneten stehen, denn diese sollen im Sinne der erteilten Mandate und damit im Interesse der Bürgerinnen und Bürger handeln. Auf Interesse stieß bei den Schülerinnen und Schüler auch die Erläuterung, dass eine Webcam im Plenarsaal installiert sei, die alle Debatten live übertrage, sodass jeder Bürger die Gelegenheit habe, alles zu verfolgen. Einmal im Jahr gebe es auch den Jugend-Landtag. Dann würden junge Leute im Alter von 16 - 20 Jahren drei Tage lang auf den Plätzen der Abgeordneten sitzen.

Die Schülerinnen und Schüler lernten darüber hinaus, dass das Wort „Parlament“ aus dem Französischen stamme und übersetzt „Reden“ bedeuten würde, was eine Demokratie ausmache. In diesem Zusammenhang wurde den Schülerinnen und Schüler auch erläutert, was eine Petition ist. Das Wort sei lateinisch und heiße übersetzt „Bitte“ oder „Ersuchen“. Wenn sich Bürgerinnen oder Bürger ungerecht behandelt fühlen, können sie sich mit einer Petition an den Petitionsausschuss wenden, der auch „Kummerkasten“ genannt werde. Dann werde dort besprochen, wie man helfen könne. Die Schülerinnen und Schüler erhielten zu dieser Thematik einen Flyer extra zu der Thematik „Die Rechte von Kindern und Jugendlichen“, um diese Möglichkeit der Beteiligung an der Politik auch zuhause ggf. noch einmal näher kennenzulernen.

 

Während der Führung wurde den Schülerinnen und Schülern des Weiteren der Unterschied zwischen den Plenarsitzungen, die etwa 30 Mal im Jahr stattfinden und in denen diskutiert und Gesetze verabschiedet werden, der Detailarbeit in den Ausschüssen, durch die Beschlüsse des Landtages durch Expertenwissen vorbereitet werden, und den Diskussionen in den Fraktionen, in denen sich die Mitglieder einer Fraktion beraten und ebenfalls Entscheidungen vorbereiten, erklärt.

 

Zu dem Tag gehörte auch der Besuch eines Saales für eine Ausschusssitzung. Die Landtagsabgeordneten des Wahlbezirks Sendenhorst, Frau Annette Watermann-Krass (SPD) und Henning Rehbaum (CDU), gaben den Schülerinnen und Schülern am runden Tisch ca. eine Stunde die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Themen zu diskutieren. Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich dafür, wie man denn Abgeordneter werden und was dieser verdienen würde. Der Schwerpunkt der Fragen lag aber auf der Klima- und Energiepolitik, dies oft eng an die Situation der Stadt Sendenhorst angelehnt (u.a. Reaktivierung der Bahnstrecke, Elektroauto und Klimaschutzmanager der Stadt Sendenhorst). Frau Watermann-Krass, SPD-Abgeordnete aus Sendenhorst, erklärte am Abend rückblickend, dass dieser Schwerpunkt des Interesses der Schülerinnen und Schüler zu erwarten war, denn die Bewegung „fridays for future“ hätte das Bewusstsein der Jugendlichen für diese Themen erweitert. Henning Rehbaum, CDU-Abgeordneter aus Albersloh, freute sich über einen weiteren Schwerpunkt des Austausches mit den Schülerinnen und Schüler: „Toll, dass schon so viele Schüler eine klare Vorstellung zur Berufswahl haben. Vom Handwerker über die Krankenpflegerin und die Polizistin bis hin zum Landwirt ist alles dabei!“

Nach der Rückkehr gegen 18.30 Uhr - die Landtagsabgeordneten begleiteten die Gruppe hierbei auf der Rückfahrt im Bus und führten die begonnenen Diskussionen intensiv fort - gab es zum Abschluss ein gemeinsames Essen im Hotel Zurmühlen in Sendenhorst, zu dem die Stadt Sendenhorst eingeladen hatte und zu dem auch noch die Fraktionsvorsitzenden bzw. -sprecher der BfA (Hans-Ulrich Menke) und SPD (Christiane Seitz-Dahlkamp) erschienen, welche die Diskussionen bereicherten. Dort wurden die Erfahrungen des Tages noch einmal ausgetauscht. Ausgestattet mit einigen Broschüren zum Landtag und der Arbeit dort, als Möglichkeit zur Vertiefung der gewonnenen Erkenntnisse, endete der Tag für die Schülerinnen und Schüler gegen 19.30 Uhr. Ralf Friedrich war am Ende voller Lob und blickte freudig auf den Tag zurück: „Es ist beeindruckend, wie gut diese Veranstaltung von der Stadt geplant und durchgeführt wurde. Die Kinder haben von allen Seiten - sei es alleine durch die Anwesenheit, aber auch durch die sehr offene und interessierte Art aller beteiligten Politiker und vor allem des Bürgermeisters - eine große Wertschätzung erfahren, die über das erworbene Wissen hinaus sicherlich deren Haltung gegenüber Politik und Politikern positiv nachhaltig verändert hat. Jeder wurde hier immer sehr ernst genommen. Ich bin wirklich froh, als Schulleiter in Sendenhorst arbeiten zu dürfen, wo ich die Kooperation der Stadt auf verschiedensten Ebenen sehr vorbildlich erlebe.“

 

 

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